Hochschule Albstadt Sigmaringen (1)

Projekt «Master Mind» - Digitale Schuhentwicklung am Puls der Zeit

Wenn Studierende in wenigen Monaten von der initialen Idee zum physischen Schuhprototypen gelangen, steckt dahinter mehr als Kreativität. Der Masterstudiengang Textil- und Bekleidungsmanagement der Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat im Rahmen des Industrieprojektes «Master Mind» in einem durchgängig digitalen Workflow mit Software und digitaler Schneidtechnologie von Zünd innovative Schuhkonzepte realisiert.

Ausgangslage: Von Textil zu Schuh – und das voll digital

Ziel des Industrieprojekts «Master Mind» in Zusammenarbeit mit Zünd und ihren Partnern Rebstock Consulting und Mind Technology war es, den kompletten digitalen Produktentwicklungsprozess für Schuhe durchzuspielen – von der ersten Idee im 3D-Modell bis zum physisch gefertigten Prototyp. Gleichzeitig sollte die Praxistauglichkeit der Softwaremodule und des integrierten Workflows bewertet werden. Für die 16 Studierenden war es ein Einstieg in ein neues Themenfeld. Sie sind mit Stoffen und technischen Textilien bestens vertraut. Schuhe und Schuhdesign hingegen waren bislang Neuland.

Hochschule Albstadt Sigmaringen (1)

Das Projekt «Master Mind»: Digitale Schuhzukunft zum Anfassen

Über ein Semester hinweg arbeiteten die Studierenden in Zweierteams an verschiedenen Footwear-Showcases. Unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Kimmerle und Dr. Jyoti Kapur sowie mit intensiver Unterstützung von Rebstock und Mind durchliefen sie den kompletten digitalen Entwicklungsprozess – vom Leisten bis zum Prototypen. Unter anderem entstanden digitale und physische Prototypen für Wander-, Lauf- oder Kletterschuhe, Sneaker Boots oder Sandalen.

Parallelt zur technischen Entwicklung entstand auch ein Marketing- und Kommunikationskonzept. Eine Gruppe entwickelte ein modular einsetzbares Messekonzept.. Eine zweite Gruppe fokussierte sich auf Social Media, Corporate Identity und Bewegtbildinhalte zur besseren digitalen Sichtbarkeit.

Hochschule Albstadt Sigmaringen (2)
«Besonders eindrucksvoll ist, dass die Software innerhalb kürzester Zeit erlernbar ist und Leisten, sowie Sohlen im Rapid Prototyping 3D-Druck sofort umgesetzt werden können. Damit reduziert sich die eigentliche Produktentwicklungstimeline enorm.»
Prof. Matthias Kimmerle

Integrierter Workflow: MindCAD, MindCUT und Zünd Cutter

Im Zentrum des Projekts stand ein durchgängiger digitaler Workflow, der die Studierenden von der ersten 3D-Idee bis zum Zuschnitt auf einem Zünd Cutter führte. Ausgangspunkt waren digitale Leisten aus der MindCAD-Bibliothek, die hinsichtlich Grösse, Proportionen und spezifischer Passformanforderungen angepasst wurden. In MindCAD entstanden darauf aufbauend die Linienführungen und Konstruktionen, welche später die Basis für die Schnittteile bildeten. Anpassungen wie das Zusammenfassen von Teilen, das Optimieren von Symmetrien oder das Hinzufügen von Naht- und Saumzugaben erfolgten direkt im MindCAD 2D – und wurden automatisch mit dem 3D-Modell synchronisiert. Die finalen Schnittdaten wurden in MindCUT vorbereitet. Die Software steuert die Zünd Cutter an und macht für die Studierenden nachvollziehbar, wie aus einem virtuellen Entwicklungsprozess ein realer Zuschnitt entsteht. Auf dem Zünd Cutter wurden unterschiedlichste Materialien – von Leder über textile Oberstoffe bis hin zu technischen Verbundmaterialien – effizient, reproduzierbar und in hoher Qualität verarbeitet.

Der direkte Praxisbezug war ein zentraler Erfolgsfaktor. «Die Studierenden konnten den gesamten digitalen Workflow kennenlernen – und ihn am Ende in realen Prototypen sichtbar machen», lautet das Fazit des Projektteams. Herausforderungen wie asymmetrische Leisten oder komplexe Schnittteile wurden mit der Unterstützung von Rebstock und Mind Technology geloest. Am Ende stand die Erkenntnis: Die Grundfunktionen des integrierten Systems lassen sich in kurzer Zeit erlernen, und der Workflow ist für Ausbildung und Industrie gleichermassen geeignet.

«Während des gesamten Entwicklungsprozesses wurden unterschiedlichste Erfahrungen gesammelt, sowohl in der Konstruktion der einzelnen Schnitte als auch bei der manuellen Fertigung des rechten Schuhs. Insgesamt hat das Projekt deutlich gezeigt, wie komplex die Entwicklung eines Schuhs und speziell eines Freizeitwanderschuhs ist, von der anfänglichen digitalen Entwicklung über die Materialauswahl und das Sohlendesign bis hin zur Fertigung des Prototyps.»
Nadja Deborah Graf und Sarah Vollmer, Studentinnen.

Fazit: Your first choice in digital cutting – auch in der Ausbildung

Das Industrieprojekt an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen zeigt eindrücklich, wie eng digitale Schuhentwicklung und modernste Schneidtechnologie heute miteinander verzahnt sind. Zünd positioniert sich damit einmal mehr als bevorzugter Technologiepartner für Hochschulen, Ausbildungszentren und Unternehmen, die in digitale Kompetenzen und Nachwuchs investieren.

Nehmen Sie Kontakt auf!