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01.06.2017

Mit Composites die Nase vorn

Die Firma Bike Ahead gehört zu den ersten Adressen, wenn es um Bike-Teile aus Carbon geht. Das 2012 gegründete Jungunternehmen setzt von Beginn weg auf modernste digitale Schneidtechnologie des Schweizer Maschinenbauers Zünd. Die Präzision und Zuverlässigkeit des Zünd G3 Cutters sind mit ein Grund, dass sich Bike Ahead erfolgreich gegen asiatische Mitbewerber behauptet. (Text: Zünd Systemtechnik AG, Bilder: ©Bike Ahead)

Während die meisten renommierten Bikehersteller ihre Rahmen längst in Fernost produzieren lassen, stellt sich das Würzburger Jungunternehmen Bike Ahead dieser Entwicklung erfolgreich entgegen. Dessen Gründer und Mastermind Christian Gemperlein hat einen Studienabschluss in Kunststofftechnik in der Tasche und die Leidenschaft fürs Biken im Blut. Den Grundstein für das Unternehmen legte Gemperlein 2010 mit einem Sechs-Speichen-Laufrad aus Carbon, das er im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelte. Mit Hilfe eines privaten Investors baute er zwei Jahre später Bike Ahead auf und fertigt mittlerweile neben den Eigenprodukten auch Carbon-Rahmen für Drittfirmen. 17 Angestellte beschäftigt Bike Ahead heute. Vier davon, inklusive Gemperlein selbst, arbeiten in Engineering und Marketing & Vertrieb, die restlichen in der Produktion.

Die gesamte Prozesskette im eigenen Haus
Bike Ahead deckt die komplette Wertschöpfungskette im eigenen Haus ab. Damit besitzt das Unternehmen einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil: „Von der Idee über die Entwicklung bis zur Produktion haben wir alles inhouse. Dadurch sind wir auch für Kundenprojekte interessant. Vorrangig im Bereich der Prototypenproduktion für bikefremde Anwendungsbereiche, von anderen Sportbereichen über Automobil- und Maschinenbau bis hin zu Medizinaltechnik“, erklärt Christian Gemperlein. 75% des Umsatzes wird jedoch mit dem Fahrradbau in Kleinserien generiert. Das Team verfügt über enormes Fachwissen in den einzelnen Prozessschritten. „Wir wissen mittlerweile bestens Bescheid über das Verhalten von Faserverbundwerkstoffen und dem Bauteil, das schliesslich daraus entsteht.“

„Zuverlässig und präzise seit dem ersten Tag“
Für den Zuschnitt der verwendeten Prepreg-Teile setzt Gemperlein von Beginn weg auf modernste digitale Schneidtechnologie des Schweizer Maschinenbauers Zünd. Der Zünd Cutter G3 L-2500 sei von Anfang an zentraler Bestandteil in der Prozesskette gewesen, betont Gemperlein im Gespräch: „Der G3 Cutter war neben dem Autoklaven die wichtigste Anfangsinvestition. Ich hatte bereits einige Erfahrungen gesammelt im digitalen Zuschnitt. Von daher war für mich schnell klar, dass wir auf Technologie von Zünd setzen werden. Der Zünd Cutter arbeitet seit dem ersten Tag äusserst zuverlässig und präzise.“ Die intuitive Bedienung über das Zünd Cut Center – ZCC erwies sich als weiterer Pluspunkt: Das Interface des Zünd G3 Cutters ist übersichtlich gestaltet und sehr bedienerfreundlich. Entsprechend kurz war die Einarbeitungszeit der Bediener. Der G3 ist aufgrund seiner offenen Schnittstellen zudem sehr einfach in einen bestehenden Workflow einzubinden.
Wenngleich in der „Carbon-Manufaktur“ wie es der Name sagt viele Arbeitsschritte händisch ausgeführt werden, war der manuelle Zuschnitt keine Option. Schliesslich erfolgt dieser mit dem Zünd Cutter um ein Vielfaches schneller als manuell mittels Schablonen. Die Produktionsgeschwindigkeit steht für Gemperlein trotzdem nicht an oberster Stelle: „Noch wichtiger als die Performance sind die Präzision und die Zuverlässigkeit, die uns der Zünd G3 Cutter bietet. Für Superleicht-Teile, wie wir sie herstellen, ist die Faserorientierung enorm wichtig. Der Zuschnitt muss im exakt richtigen Winkel zur Faserlaufrichtung erfolgen. Hinzu kommt, dass die Präzision, die der Zünd Cutter bietet, höchste Wiederholgenauigkeit garantiert.“
Seine Zuverlässigkeit stellt der Zünd G3 Cutter auch mit optimaler Materialausnutzung und hohem Automatisierungsgrad unter Beweis. Modernste Nestingfunktionalitäten sorgen dafür, dass die Schnittbilder optimal auf dem Material platziert werden. Mit der intelligenten Nesting-Funktion von Zünd werden auch komplexe Teile optimal angeordnet. Dies reduziert den Zeitaufwand in der Arbeitsvorbereitung, optimiert die Materialausnutzung und verringert den Schneidabfall. „Es wird schnell teuer, wenn kostspieliges Material verschnitten wird und die doppelte Arbeit anfällt. Das ist uns mit dem Zünd Cutter in den letzten fünf Jahren noch nie passiert“. Hinzu kommt, dass der Zünd Cutter – ist der Auftrag einmal gestartet – den Schneidjob komplett selbstständig abarbeitet. Der Operator kann sich in der Zwischenzeit anderen Tätigkeiten zuwenden. „Die Maschine arbeitet so zuverlässig, dass man sie guten Gewissens alleine machen lassen kann.“
Tritt trotzdem einmal ein technisches Problem auf, muss es schnell gehen. Durch das dichte Vertriebsund Servicenetz sind die Spezialisten von Zünd schnell vor Ort. Entsprechend kurz ist die Downtime der Maschine.

Von null auf hundert auf tausende
Fünf Jahre nach ihrer Gründung ist die Bike Ahead über die Landesgrenzen hinaus zu einer festen Grösse geworden. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen ist aber nicht im Sinne des jungen Teams um Gemperlein. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Herstellung von Bike-Komponenten für den Premiumbereich in Europa wieder konkurrenzfähig zu machen. „Das ist nur möglich, wenn wir den Anteil an Handarbeit in der Fertigung weiter reduzieren. Dazu müssen wir unsere Prozesse weiter automatisieren. Momentan können wir mit unseren Kapazitäten ein paar hundert Rahmen jährlich produzieren, neben den anderen Produkten, die wir auch noch herstellen. In fünf Jahren wollen wir ein paar tausend Rahmen jährlich fertigen können. Dann werden wir auch für grössere Hersteller interessant. Die Stückzahlen sind in Asien noch konkurrenzlos hoch. Gemperlein ist jedoch überzeugt, dass viele Firmen ihre Fertigung künftig wieder vermehrt in Europa ansiedeln werden. Modernste Technologie, Flexibilität, Top-Qualität und kurze Wege, das sind wichtige Vorzüge, die der europäische Markt in seinen Augen bietet und die ihn in Zukunft wieder attraktiver machen werden.


Der Zünd G3 Cutter ist perfekt auf die hohen Anforderungen zugeschnitten, welche die Verarbeitung von Karbonfasermaterialien an einen modernen Cutter stellen. So ist die gesamte Elektronik des Cutters speziell geschützt, um Schäden durch elektrisch leitende Karbonfasern zu verhindern. Insbesondere die eingesetzten Werkzeuge wurden speziell für den Einsatz im Composite-Bereich entwickelt. Ihre Mechanik ist mittels Sperrluft gegen das Eindringen abrasiver Stäube und damit gegen allfällige Schäden geschützt.